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GENDER * BINGO

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Gender*Bingo Video

"Dada Dir
Dein Rollenbild doch einfach selbst!"

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"Wir weiben nicht manns, wir frauen uns mensch!

Unser ist kein -Ismus. Unser ist der Ich-muss-Nichts-muss."

In tiefster Nacht bei blauem Nebel treffen sich verschwörerisch drei streng schwarz und weiß gewandete Hexen: "Man muss die Manifeste feiern wie sie fallen". Gemeinsam beschwören sie das Nichts-Müssen.

Aber: "Keine Panik. Dieser Dadaismus ist gezähmt, wir haben Dadaismus für Sie dressiert, meine Damen und Herren." Beruhigend nimmt der Kapitän zusammen mit seinen freundlich-aber-bestimmten Flugbegleiterinnen das Publikum verbal an die Hand, bevor ein schriller Trillerpfeifenpfiff die nächste Station auf der performativen Reise einleutet. Aus gegenseitigen Beleidigungstiraden wird das Publikum auf rhytmische Höhen wie zu Zeiten der Golden Girls entführt. Ein Pfiff und schon nimmt das Stück weiter Fahrt auf.

Angie, Heidi und Alice, die "Deutschen Erfolgsfrauen" teilen in der, formal an eine dadaistische Soirée angelehnten Performance, ihr Erfolgsrezept für Wackelpudding. Wieder schrilllt ein Pfiff. "Ich erkenne mich im Spiegel nicht wieder." Es braucht nur wenig Mittel: Gesicht/ Schere/ Klebeband schon erlebt das Publikum die Verwandlung vom Märchenland der Vorstellungen ins kalte Labor der Chirugie. Noch ein Pfiff. Eine putzt, einer strippt, eine trainiert. In "Wikimannia" treffen die in den abgründigsten Winkeln rechter Netzwerkforen gesammelten Wahnvorstellungen auf körperlichen Reiz-Reaktions-Muster, bringen die drei sich selbst optimierenden Performer*innen ins Schwitzen und beinahe an den Randes des Nervenzusammenbruchs. Da hilft nicht mal  "die Pille gegen Unlust". Nach der rasanten Show dann plötzlich: "Nichts". Wirklich nichts. Es passiert rein gar und gerade, als sich das Publikum fragt, wozu es hier gebeten ist, wird mit dem wilden Trommeln nackter Krieger die ultimative Geschlechter-Rollen-Befreiungs-Feier eingeleitet. Die "Transformation" beginnt und die drei entkleideten Performer*innen lösen die Umrisse ihrer volatilen Körperbilder mithilfe von UV-Farbe und -Licht in einem nebelgeschwängerten Tanz auf. "Ich will lieber eine Pflanze sein." singen im Duett vom Band dazu Charlotte Brandi und Dirk von Lowtzow.

Zusammen mit den Zuschauer*innen zelebrieren die in Glitzer und Glanz neu bekleideten Neugeborenen beim interaktiven "Gender * Bingo" Individualität und Vielfalt, klären existierende und neuerfundene Begriffe, den Unterschied zwischen sex und gender und verleihen den Gewinner*innen des Bingos drei maßgeschneiderte goldene Geschlechter-Schubladen, die diese anschließend mit nach Hause nehmen dürfen. Höhepunkt des Abends ist die finale Wackelpudding-Taufe, bei der das höchst persönliche, jederzeit änderbare, neu gewonnene Geschlecht durch den gezielten Wackelpudding-Wurf manifestiert wird, bevor das Publikum beim finalen Chor gemeinsamen mit den neugetauften Performer*innen das DADA-Manifest: "Man muss die Manifeste feiern, wie sie fallen" schwört.

Das Kollektiv "Die DaDaMen" überträgt in der interaktiven Collage dadaistische Prinzipien des 20. Jahrhunderts in die Gegenwart und trommelt mit dem seit seiner Uraufführung kontinuierlich weiter entwickelten "Gender * Bingo" energiegeladen für eine pluralistische Gesellschaft. Virtuos dekonstruieren die drei Performer*innen mithilfe von Sprache, Körper und Geist  Identitätskonzepte.

 

Jan Nolte vom queeren Berliner Stadtmagazin "Siegessäule" schrieb schon 2017:

"Binäre Geschlechtszuschreibungen werden humorvoll entlarvt."

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Die Da
Da
Men

GENDER* BINGO

Künstlerische Leitung, Konzept, Performance:

Charlotte Alten, Marc C. Behrens, Paula Schrötter

Premiere Uraufführung:

 8. Februar 2017, WildenbruchBar Berlin

Video: Jörg Steineck

Fotos: Anne Sturm, Steffen Woollmann

Queere Wochen Brotfabrik/

Go Drag!- Festival, 2022

You!opia-Festival, 2018

Performing Arts Festival Berlin, 2018

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